Fettes Brot
Friedhof der Nuscheltiere
[Strophe I:]
Zitternd öffnest du die rostige pforte
Was suchst du hier an solch finsterem orte?
Verdorrte sträucher und einsame gräber
Ein heiserer keucher, ein beißen in der leber
Nebelschwaden umwabern dein gesicht
Ein streichholz wirft dir sein funzliges licht
Warum schlugst du auch jegliche warnung in den wind?
Hast du überhaupt eine ahnung, wer wir sind?
Höllenboten, emporgestiegen von den toten
Denn jeder von den fetten broten lag schon mal im sarg
Damals – wir starben als rock'n'roll-idole
Schien es legitim, daß man uns zurückhole
Man vergrub uns in dieses friedhofs magischer erde
Auf daß neues leben in uns erweckt werde
Ein makelloses wiederbringen wollte nicht gelingen
Nun können wir nur noch nuscheln und nicht mehr singen

[Chorus:]
Das leben ist hart bis wir sterben
Zeit zum abderben
Weil du niemals weest, wann du gehst
Und stehst du auf nuscheln
Dann nuscheliere mit uns
Auf dem friedhof der nuscheltiere
[Strophe II:]
Ja, was nuschelt hier? Ja, was nuschelt hier?
Ja, ein nigelnagelneues nununuscheltier
Ich nuschel viel und schnell, weil ich hab's eilig
Und willst du was verstehn, dann beeil dich
Auferstanden aus ruinen und den reimen zugwandt
Nuschel ich mir was zurecht, denn nuscheltiere braucht das land
Doch als nuscheltier steh ich hier nicht alleine
Denn auch für nuscheltiere gibt es vereine
Und fettes brot ist eben eine nuscheltierclique
Zicke, zacke, nadel in die backe
Oh, das gab's schon mal!
Ab an den marterpfahl
Weil ich geklaute reime wirklich hart bezahl. Scheißegal
Nuscheltier zu sein ist wunderschön
Denn nuscheltiere kann man wirklich nie verstehen
Und glaubst du, hier gibt es nuscheltiernester
Dann hast du recht, mmh, jetzt kommt meine schwester
Ich heiße „heises eisen“, bring' die züge zum entgleisen
Und die wüsten zum vereisen; ich bin keine von den leisen
Gibt's was zu sagen, mache ich den mund auf
Ist mir das zu leicht, hau ich noch 'n pfund drauf
Meine schnauze wurde mir in die wiege gelegt
Das hat mir gut gefallen und deshalb hab' ich sie gepflegt
Doch der grund meines erscheinens ist, weil ich wie die anderen nuschel
Meinen mund viel zu dicht ans mikrofon kuschel
Dies hat zur folge, daß mich mancher nicht versteht
Sich die ohren zuhält und um erbaren fleht
Doch in dieser hinsicht kenn' ich keine gnade
Denn ich bin zäh wie gelee und hart wie marmelade
Heißes eisen, heiße nächte, keine fälschung, nein die echte
Und was dich eben schwächte, das war meine rechte
Doch heißes eisen muß jetzt gehen
Das eisen bleibt heiß. Auf wiedersehen!
[Chorus]

[Strophe III:]
Hör gut zu, wie ich nuscheliere auf dem friedhof der nuscheltiere
Verliere mich in reimen, wenn ich definiere
Fett abzuderben ist mein reimstil
So fett wie bei st. Pauli ein heimspiel
Mitschnacker ist unser titel, ja, das sind wir
Aber vor allen and'ren dingen bin ich ein nuscheltier
Bist du alleine und einsame spitze, dann sitze nicht zuhause dumm rum
Drum gibt's doch den verein, wo wir nuschelieren
Da kannst du auch graffitieren, breakdancieren
Passieren kann dir da nicht viel, hast du deinen eig'nen stil
Und schon bald ist auch für dich hip hop dein domizil
Bist du nicht aktiv, würde ich das gerne ändern
Damit wir dann gemeinsam über unsren friedhof schlendern

[Chorus]